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Flickerl-Tassen-Teppich


Hallo, ich heiße Sandra und berichte auf meinem Blog Eule im Schlafanzug über das, was ich nähe, stricke, bastle oder sonst irgendwie werkle. Heute darf ich hier bei „Wir machen klar Schiff“ als Gastbloggerin eine Idee vorstellen, mit der ihr eure Stoffreste verwerten könnt. Vielen Dank an Ingrid, Ulrike und Marita für eure Einladung. Es hat mir viel Spaß gemacht diesen Beitrag vorzubereiten und ich hoffe euch allen macht es genau so viel Spaß und vielleicht habt ihr sogar Lust, die Idee umzusetzen.

Heute möchte ich euch eine kleine Bastelidee vorstellen bei der ihr einiges an Stoffresten verarbeiten könnt und dafür nicht mal eine Nähmaschine braucht. Somit ist es auch etwas für (größere) Kinder oder als kleine Fingerbeschäftigung beim Fernsehen.

Ich zeige euch, wie ihr einen Flickerl-Tassen-Teppich machen könnt. Für das Tutorial habe ich mich auf die Größe eines Tassenteppichs beschränkt. Ihr könnt auch einen größeren oder kleineren Teppich machen. Die Maße bestimmt ihr selbst.


Das braucht ihr dazu:


  • Ein Stück stabilen Karton (etwas größer als euer fertiger Teppich später sein soll)
  • Kariertes Papier
  • Klebstoff
  • Papierschere
  • etwas dickeres Garn (ich habe hier einen Rest dünnes Häkelgarn verwendet)
  • Stoffschere / Rollschneider
  • eine Webnadel oder ähnliches, falls ihr wie ich keine habt, geht es auch mit einem Mundspatel oder Eisstäbchen
  • MaskingTape
  • einen breitzinkigen Kamm
  • und natürlich Stoffreste


Zuerst bastelt ihr den Webrahmen. Dafür nehmt ihr den Karton und schneidet ihn auf die gewünschte Größe zu, wobei die kurzen Kanten jeweils 1cm länger sein müssen (bei mir 17cm x 11cm). An den kurzen Enden klebt ihr etwas von dem karierten Papier auf. Hierbei solltet ihr darauf achten, dass die Karolinien genau auf den Kanten sind, sonst wird alles etwas schief. Das Papier erleichtert nun das Einschneiden. Genau auf den Karolinien wird nun 2 Kästchen (also 1cm) tief eingeschnitten und das alle 0,5cm über die ganze Kante. In diese Schnitte können wir jetzt ganz leicht das Baumwollgarn spannen.


Wir fangen an der linken unteren Ecke an, lassen ein etwas längeres Stück Garn hängen und klemmen es im ersten Schnitt ein. Nun wird das Garn immer auf der Vorderseite nach oben gezogen (das sollte stramm sein), im gegenüberliegenden Schnitt eingeklemmt und auf der Rückseite nach unten gezogen, in den nächsten Schnitt geklemmt, nach oben gezogen usw. , bis der ganze Rahmen bespannt ist. Auf der Rückseite verknotet ihr das Garn mit dem Anfangsstück, damit sich nichts lösen kann.


Jetzt braucht ihr die Stoffreste, die in Streifen geschnitten werden. Das kann man ganz ordentlich machen mit Lineal und Rollschneider oder aber die Quick and Dirty- Variante, mit der alle etwas größeren Stoffreste zu einem Streifen geschnitten werden können (die weißen Linien sind die Schneidelinie).


Ich habe mich für eine Breite von ca. 2cm (Augenmaß) entschieden. Die Streifen müssen nicht akkurat geschnitten sein.


Wer möchte kann die ersten Reihen mit dem Garn weben, dann am besten den Garnanfang an einen Längsfaden anknoten. Ich habe gleich mit einem Stoffstreifen begonnen. Den Streifen habe ich nirgends verknotet, habe aber nicht genau an der Kante angefangen, damit man das lose Ende später nicht sieht. Wer eine Webnadel hat, kann den Stoff durch das Öhr ziehen. Ich habe keine Webnadel und habe stattdessen einen Mundspatel verwendet und den Stoffstreifen mit etwas MaskingTape festgeklebt. Das funktioniert wunderbar wenn die Kante des Stoffstreifens unter dem MaskingTape liegt. Sonst bleibt man immer am Garn hängen. Jetzt kann’s los gehen! Getreu dem Motto „Auf und nieder – immer wieder“, führt ihr den Spatel immer einmal über dem Garn und einmal unter dem Garn durch, bis ihr auf der anderen Seite rauskommt.
Nun geht ihr wieder zurück, allerdings führt ihr den Stoffstreifen nun gegenläufig durch die Fäden. D.h. da, wo ihr in der letzten Reihe oben drüber seid, geht’s nun unten durch und entsprechend bei denen wo ihr unten durch seid jetzt oben drüber.


Noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr einen Stoff habt, bei dem die linke Seite deutlich zu erkennen ist, dann faltet den Stoffstreifen links auf links (auf dem Bild kann man das ein bisschen erkennen). So ist auf eurem Flickerlteppich später auch die Rückseite schön. Bei durchgefärbtem Stoff ist das egal.
Nach 2 oder 3 Reihen nehmt ihr den Kamm und schiebt das Gewebte richtig fest nach unten.


Das macht ihr nun Reihe für Reihe…
Ihr solltet darauf achten, an den Seiten bei der Kehrtwende etwas lockerer zu arbeiten, sonst zieht sich das Ganze zusammen. Zwischendurch kann man die gespannten Fäden auch noch etwas zurecht ruckeln.


Wenn euer Streifen zu Ende ist nehmt ihr euch den nächsten und setzt ungefähr an der selben Stelle wieder an und webt weiter. Ich habe nichts verknotet und das hält trotzdem sehr gut. Am Ende, als ich mit dem breiten Spatel nicht mehr durchgekommen bin, habe ich für die letzten Reihe eine Wollnähnadel genommen bei der der Stoff noch gut durch das Öhr passte. Diese ist zwar kürzer als der Spatel, was das Ganze etwas friemelig macht, aber für die letzten paar Reihen war es o.k.


Nun müsst ihr nur noch das Webwerk vom Webrahmen lösen. Dafür dreht ihr das Ganze um und schneidet die gespannten Fäden mittig durch. Einige nebeneinanderliegende Fäden (ich habe 3 genommen) werden vorsichtig aus den Kerben gelöst und miteinander zu Fransen verknotet, wobei die Knoten eng am Stoff liegen sollten, damit sich nichts lösen kann. Wenn alle Fäden gelöst und verknotet sind, werden die Fransen noch auf eine einheitliche Länge zurückgeschnitten und FERTIG ist euer Flickerl-Tassen-Teppich.



Als die Idee für den Flickerlteppich in meinem Kopf gereift ist, hatte ich die Vorstellung von einem weihnachtlichen Tassenteppich. Deshalb habe ich aus MaskingTape eine Schablone in Sternform aufgeklebt und diese mit Stoffmalfarbe ausgemalt. Das Ergebnis hat mich allerdings nicht überzeugt. Es erinnerte mich eher an eine Nationalflagge als an Weihnachten. Aber die nächste Fußball-WM kommt ja bald, da können wir dann die Flaggen aller Mannschaften weben.



Vielleicht versuche ich es auch noch mal mit weihnachtlicheren Stoffen. So ein Flicker-Tassen-Teppich ist recht schnell gewebt. Da könnte ich schon noch den einen oder anderen… Bis Weihnachten ist es ja noch ein bisschen. Vielleicht habt ihr nun auch Lust bekommen eure Stoffreste zu verweben, oder die Kinder wollen noch etwas für Oma und Opa basteln? Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß dabei.

Liebe Grüße,

Sandra

Kommentare

  1. Hej Sandra,
    das sieht ja richtig genial aus :0) meine tochter braucht noch ein geschenk für ihren herrn vater - da wäre so ein tassenteppich für den schreibtisch genau richtig....stoffreste hab ich ja schliesslich genug! danke für deinen beitrag und die tolle anleitung! hab ein schönes WE und Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  2. Hallo Sandra,
    das ist ja eine tolle Idee. Mein Sohn macht gerade einen solchen Teppich aus Wolle, mit Deiner Idee aus Stoffresten käme er sicher schneller voran und die Motivation ginge nicht so schnell verloren.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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  3. Eine super Idee, wenn man wie wir keinen Webrahmen besitzt, ich wäre da irgendwie nie drauf gekommen, obwohl hier in meinem Zimmer viele uralte und neuere Fleckerlteppiche liegen. LG INgrid

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